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Transkript

00:13

Da habe ich gleich einen Bezug zu meinem Leben.Wie haben dir starke Kundenbeziehungen die Türen zur Fußballweltmeisterschaft 2006 geöffnet?

00:25

Ja, war ein prägendes Ereignis in meinem Berufsleben.

00:29

Ich war ja von 2000 bis 2022 im Busbereich von Daimler tätig.

00:35

Wir hatten 2006 beziehungsweise schon ein bisschen früher die Option,bei der Fußballweltmeisters in Deutschland die Mannschaftsbusse zu stellen und als Hersteller von Mercedes-Bussen war das für uns natürlich ein interessantes Thema.

00:49

Leider gab es dort einen anderen Hauptsponsor namens Hyundai,der die Fahrzeugrechte hatte und dem ist natürlich ein Dorn im Auge war, wenn da ein Produkt mit dem Stern auf der Straße fährt in Deutschland und dort irgendwelche weltberühmten Fußballmannschaften drin transportiert werden.

01:06

Wir waren praktisch draußen als Konzern aus dem Deal und da habe ich Kontakt bekommen zu einem unserer Kunden in München, der mich gut kannte und mit dem habe ich dann...oder wir beide gemeinsam haben ein Konzept entwickelt, wo es uns gelungen ist,trotzdem noch mal durch die Hintertüre bei der FIFA hereinzukommen.

01:24

Wir haben Busse von unserer Zweitmarke Setra einsetzen können, indem wir ein Konzept aufgezeigt haben, dass wir nicht nur die Busse liefern,sondern auch die Fahrer der Fahrzeuge intensiv einem Fahrsicherheitstraining unterziehen, dass wir Sicherheitsfeatures in diese Busse einbauen, die sonst noch nicht Branchenstandard waren, dass wir umweltfreundliche Motoren einbauen in diese Fahrzeuge und dass wir eine Auswahlgarantie geben, dass die solchen Mannschaftsbusse mit Fußballern an Bord stehenbleiben, dass der sehr schnell wieder ersetzt wird und die Mannschaften ans Ziel kommen.

01:58

Das hat die FIFA überzeugt.Die FIFA hat dann gesagt: Jawohl, in dem Fall können Fahrzeuge aus dem Daimler Basis-Konzern die Mannschaftstransporte machen.

02:07

Und wir haben damals 32 Fahrzeuge an ein Konsortium aus drei Kunden in Deutschland verkaufen können, die erfolgreich die Fußballweltmeisterschaft durchgeführt haben.

02:17

Sehr netter Bezug für mich, Thema Fußball.Du hattest vorher gesagt, du hast einen persönlichen Bezug dazu, auch privat?

02:24

Nein, ich habe nur als Kind Fußball gespielt, aber eben durch meinen Job immer wieder Berührung gehabt mit dem Thema Fußball, mit Fußballmannschaften, mit Unternehmen, die für Fußballklubs in der Bundesliga den Mannschaftstransport machen und mit denen wir dann Busse gemeinsam entwickelt haben, die diese Mannschaften befördern.

02:43

Hast du was vom Fußball gelernt für dich und deine Karriere vielleicht auch?

02:49

Ich habe nur gelernt vom Fußball, dass es ein sehr professionelles Geschäft geworden ist und dass es auch für uns damals oder für mich Chancen bietet, hier zusätzliche Geschäfte zu machen.

03:00

Das war für mich immer interessant, Optionen zu finden, wo man Produkte verkaufen kann, die man vielleicht gar nicht … Diese Optionen hatte man gar nicht im ersten Blick gesehen.

03:09

Und das Thema war, dass diese Chancen, die sich daraus ergeben haben, meistens durch Gespräche mit Buskunden, mit Bus Unternehmern entstanden sind, die mir erzählt haben, was sie gerne machen würden beziehungsweise wo sie Chancen für sich sehen, weitere Erfolge zu haben.

03:25

Und wir haben versucht, diese Unternehmer auf diesem Weg zu unterstützen und mit ihnen gemeinsam eben dort den Erfolg des Unternehmens, des Kunden zu fördern.

03:34

Das stärkt sicherlich auch die eigene Marke, wenn man mit starken Partnern zusammenarbeitet.

03:39

Ja, in dem Fall hatte ich natürlich Glück, dass ich bei einem Marktführer arbeiten konnte, bei Mercedes-Benz, aber mit der zweiten Marke Setra hatten wir natürlich auch noch mal ein weiteres Produkt im Portfolio, wo wir speziell bei der Reisebuskundschaft, die die Unternehmer, die Reisebusse haben,extrem punkten können, weil das ist die luxuriösere Klasse bei den Reisebussen.

04:00

Da steht die Marke Setra sogar über den Mercedes-Benz-Reisebussen.

04:03

Die Herausforderung hat sich am Anfang wahrscheinlich als unrealistische Chance angefühlt, oder?

04:10

Bei der FIFA Weltmeisterschaft 2006? Ja, natürlich.

04:15

Es war unrealistisch, weil ich war damals gar nicht für die Marke Mercedes zuständig, sondern für die Marke Setra.

04:20

Und mein Kollege, der für Mercedes zuständig war, der wurde abgewiesen und meldete zurück: „Wir haben keine Chance, hier Produkte als Konzern zu platzieren.

04:28

Und das Schöne war für mich, dass ich dann am Anfang gar nicht in diesem Thema involviert war, aber durch den Kundenkontakt zu diesem Münchner Kunden eben einen Weg gefunden habe, dass daraus eine Chance entstehen könnte, dass wir trotzdem Produkte unseres Hauses bei der Fußballweltmeisterschaft auf die Straße bringen können.

04:49

Und das haben wir dann erfolgreich geschafft.